Die Agentur für Unternehmens- und Investitionsförderung, hat im Jahr 2025 25 Investitionsprojekte im Wert von EUR 1,07 Milliarden vermittelt. Die Ergebnisse des letzten Jahres und der letzten Jahre zeigen eine stabile bis leicht steigende Investitionstätigkeit und bestätigen, dass die Tschechische Republik in der Lage ist, den Kapitalzufluss in Qualitätsprojekte unter den Bedingungen einer erhöhten globalen Volatilität aufrechtzuerhalten. Die Struktur der angekündigten Projekte zeigt eine anhaltende Verlagerung hin zu technologieintensiveren Segmenten, einem höheren Automatisierungsgrad und insgesamt zu Projekten mit höherer Wertschöpfung.
Im Jahr 2025 wurden über die Agentur CzechInvest 25 Investitionsprojekte umgesetzt, im Jahr 2024 waren es 28 Projekte. Die zwischenjährliche Dynamik des Gesamtvolumens der vertraglich vereinbarten Investitionen ist im Vergleich zum Vorjahr um 55% gesunken, was durch das hohe Niveau der Vergleichsbasis des Jahres 2024 beeinflusst wird, als das Investitionsvolumen durch das außerordentliche Projekt des US-Unternehmens onsemi im Wert von EUR 1,76 Milliarden deutlich erhöht wurde. Das größte für 2025 angekündigte Projekt ist dagegen eine Investition der Toyota Motor Manufacturing Czech Republic in Höhe von EUR 688,46 Millionen.
"Ich freue mich, dass es unserer Agentur in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Industrie und Handel gelungen ist, qualitativ hochwertige Investitionsprojekte zu an Land zu ziehen, und ich freue mich über weitere Investitionspläne tschechischer und ausländischer Unternehmen, die bereits in der Tschechischen Republik präsent sind, von denen der größte die Expansion des Automobilkonzerns Toyota ist. Zurzeit sind wir einem zunehmenden globalen und europäischen Wettbewerb ausgesetzt. Daher müssen wir die Rahmenbedingungen für den Business weiter verbessern, um eine höhere Reinvestitionsrate zu erreichen und auch neue, technologisch fortschrittliche Projekte oder Investitionen in Forschung und Entwicklung erwerben zu können. Anstatt des Gesamtvolumens der Investitionen und der Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze wird die Qualität der Investitionsprojekte immer wichtiger", sagte Jan Michal, Generaldirektor von CzechInvest.
"Die sektorale Struktur der Projekte signalisiert eine anhaltende Ausrichtung der Investitionen auf technologisch anspruchsvollere Produktions- und Verarbeitungsbereiche mit höherer Kapitalintensität und Schwerpunkt auf der Automatisierung von Produktionsprozessen", fügte René Samek, Direktor der Abteilung für Investitionen und Auslandsaktivitäten der Agentur, hinzu.
Es ist zu betonen, dass es sich bei den ausgewiesenen Ergebnissen um das Volumen der so genannten beschlossenen, d.h. angekündigten Investitionen handelt, nicht um bereits umgesetzte Projekte. Die tatsächliche Höhe der Investitionen und die damit verbundenen Parameter können während der Durchführung variieren. Die veröffentlichten Daten dienen als statistischer Indikator für geplante Investitionsverpflichtungen. Der Bericht zeigt auch ausgewählte Beispiele für Investitionen. Bei einem Teil der Projekte sind die Verwaltungsverfahren noch nicht abgeschlossen, oder die Agentur hat nicht die Zustimmung des Investors zur Weitergabe der Informationen und kann sie daher nicht veröffentlichen.
Starkes Interesse der Investoren an Investitionsanreizen
20 Investoren haben ihr Interesse an einem Investitionsanreiz bekundet. Investitionsanreize und insbesondere die Vorbereitung und Nutzung zusätzlicher Anreizrahmen (der sog. Vorübergehende Krisen- und Übergangsrahmen der EU - TCTF) haben dazu beigetragen, zugesagte Investitionen in Höhe von EUR 1,05 Milliarden vom Gesamtvolumen fast EUR 1,07 Milliarden zu sichern.
"Investitionsanreize sind seit langem ein wirksames Instrument zur Unterstützung strategisch wichtiger Projekte, insbesondere in einer Zeit des allgemeinen Rückgangs der Investitionsaktivitäten in Europa. Gleichzeitig liegt es auf der Hand, dass das derzeitige System beschleunigt und flexibler gestaltet werden muss, um den Bedürfnissen der Investoren und der dynamischen Entwicklung des europäischen Marktes gerecht werden zu können. Die Modernisierung des Anreizrahmens ist daher eine unerlässliche Voraussetzung für die Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Tschechischen Republik als attraktiver Standort für ehrgeizige Investitionen", sagte David Pejšek, Direktor der Abteilung für die Finanzierung von Investitionen der Agentur CzechInvest.
Die Struktur der Projekte wird durch die Expansion der bestehenden Investoren bestimmt
Was die Art der Projekte anbelangt, so überwogen mit 18 Projekten Erweiterungen der bestehenden Investorenbasis, während sechs Projekte neu hinzukamen. In einem Fall handelte es sich um einen Kapitaleintritt. Die Überzahl von Expansionsprojekten folgt dem Trend der letzten fünf Jahre, als diese Projekte durchschnittlich 72 % des gesamten Investitionswertes ausmachten. Im vergangenen Jahr belief sich ihr Anteil am Gesamtwert der vereinbarten Investitionen auf 72 %, und 24 % waren Projekte neuer Investoren. Die restlichen 4 % hängen mit dem bereits erwähnten Kapitaleintritt zusammen.
"Die Dominanz der Expansionen bei der Zahl der Investitionsprojekte ist ein langfristiger Trend, aus dem wir ein positives Feedback der Investoren auf das Businessumfeld, das sektorale Ökosystem und die Qualität der Arbeitskräfte ableiten können. Andererseits kann die Gesamtsumme der Investitionen in einzelnen Jahren durch ein einziges überdurchschnittlich hohes Investitionsprojekt erheblich beeinflusst werden, so dass aus den jährlichen Schwankungen keine langfristigen Schlüsse zugunsten von Erweiterungen oder neuen Investitionsprojekten gezogen werden können. Wenn wir die aktuellen wirtschaftlichen Trends beobachten wollen, halten wir es für sinnvoll, uns auf die Anzahl der investierenden Unternehmen und die Sektoren, in denen sie tätig sind, zu konzentrieren", erklärte Gabriela Bauerová, Direktorin der Abteilung für die Entwicklung von Investitionen der Agentur CzechInvest.
Die größten Investitionen kamen aus Südostasien und den USA
Was die Herkunft der ausgehandelten Investitionen betrifft, so dominiert ausländisches Kapital mit einem Gesamtbetrag von EUR 976 Millionen. Die von der Agentur CzechInvest unterstützten inländischen Investitionen haben einen Wert von EUR 93,14 Millionen.
Japan ist dank der von Toyota zugesagten Investition von EUR 688,46 Millionen der führende ausländische Investor. Der geplante Aufbau von Produktionskapazitäten für PKWs mit elektrischem Antrieb im Werk von Toyota Motor Manufacturing Czech Republic in Kolín ist zugleich das größte Projekt, das im vergangenen Jahr angekündigt wurde. Die strategische Erweiterung des Toyota-Werks könnte noch in diesem Jahr weitere Projekte von Zulieferfirmen nach sich ziehen, wie aus aktuellen Investitionsanfragen hervorgeht.
Den zweiten Platz belegte China mit Investitionen in Höhe von fast EUR 93,14 Millionen. Den wichtigsten Anteil hat in diesem Bereich die Ankunft der Gesellschaft Gold Cup Electric Apparatus Co., Ltd, dem weltweit führenden Hersteller von Magnetleitern. Das Unternehmen investiert über EUR 81 Millionen in seine erste europäische Produktionsstätte in Planá bei Mariánské Lázně.
Die Republik Korea rundet die drei größten ausländischen Investoren mit einem Investitionsvolumen von EUR 60,75 Millionen ab. Zu den bedeutenden koreanischen Investitionen gehört beispielsweise das Projekt der Gesellschaft SJG Sejong in Karviná, auf das mehr als ein Drittel (EUR 21,06 Millionen) der aus diesem Land zugesagten Investitionen entfällt. Das Unternehmen reagiert auf das Ende der Ära von Verbrennungsmotoren, indem es in die so genannte intelligente und umweltfreundliche Produktion investiert. Der Hauptteil der Umstellung des Produktionsprogramms besteht darin, die Produktion von ICCU-Elektronikmodulen einzuführen, die das Laden der Batterien und die Stromversorgung der Elektronik moderner Autos steuern, und zwar auf Kosten der bestehenden Produktion von Auspuffanlagen und Schalldämpfern für Autos mit Verbrennungsmotoren. Die Investition von SJG wird als Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung eines traditionellen Unternehmens angeführt. Die Umschulung der Beschäftigten, bei der der Investor mit dem Mährisch-Schlesischen Landkreis zusammenarbeitet, ist von entscheidender Bedeutung, um sicherzustellen, dass in der Region nach dem Rückgang des Kohlebergbaus keine weiteren Arbeitsplätze verloren gehen.
Traditionell starke ausländische Investoren wie die USA und Deutschland trugen im vergangenen Jahr EUR 48,60 Millionen bzw. EUR 16,93 Millionen zum Gesamtinvestitionsvolumen bei. Ihre Position in der Rangliste der größten Investoren, gemessen an der Zahl der Projekte, bleibt weiterhin stark. Die Daten über das Gesamtfinanzvolumen der Projekte in den letzten fünf Jahren zeigen, dass die USA mit einem zugesagten Betrag von EUR 2,40 Milliarden an der Spitze liegen, gefolgt von Japan mit EUR 1,27 Milliarden. Deutschland bleibt mit EUR 0,51 Milliarden an dritter Stelle. Die durchschnittliche Investitionssumme beträgt somit EUR 120 Millionen für Projekte aus den USA und EUR 182 Millionen für Projekte aus Japan, was zeigt, dass US-amerikanische und japanische Unternehmen die größten verhandelten Investitionsfälle der letzten fünf Jahre darstellen.
Was die Anzahl der Projekte aus dem Ausland betrifft, so führten die USA und die Republik Korea mit jeweils drei Projekten die Statistik des letzten Jahres an, gefolgt von China, Deutschland und Taiwan, die jeweils zwei Projekte ankündigten.
Eine interessante Tatsache ist die erste Investition aus Neuseeland überhaupt. Der Weltmarktführer in der Entwicklung und Herstellung von wiederverwendbaren saugfähigen Textilien investiert EUR 17,70 Millionen in Litovel, wo er nachhaltige Hygieneprodukte, hochwertige saugfähige Unterwäsche und anderes medizinisches Zubehör herstellen wird. Die Investition bringt Spitzentechnologie nach Olomouc und soll der Firma Confitex Technology EU helfen, die wachsende Nachfrage auf dem europäischen und globalen Markt zu befriedigen.
Erwähnenswert ist auch das taiwanesische Unternehmen C-TECH United Corporation, ein weltweit führender Hersteller von Lithium-Ionen- und Lithium-Polymer-Batteriemodulen. Der Einstieg dieses Investors bestätigt das wachsende Vertrauen der asiatischen Technologieunternehmen in das tschechische Innovationsumfeld.
"Unsere intensive Arbeit in den Gebieten, in denen CzechInvest Auslandsvertretungen hat, zeigt sich in den Ergebnissen der im letzten Jahr und im gesamten Fünfjahreszeitraum abgeschlossenen Projekte. Dank der aktiven Werbung für die Tschechische Republik erzielen wir sehr gute Ergebnisse, insbesondere bei neuen Investitionen aus den USA, Deutschland und Japan.
Erwähnenswert ist auch Taiwan, dessen Projektaktivität seit der Einrichtung unserer Vertretung im Jahr 2024 stetig zunimmt", fügte Petr Kotrs, Direktor der Abteilung für Auslandsaktivitäten der Agentur CzechInvest Agency, hinzu.
Traditionelle Sektoren entwickeln innovative Projekte
Die Automobilindustrie, das traditionelle Rückgrat der tschechischen Wirtschaft, behauptet ihre starke Position mit EUR 790 Millionen, das sind fast 74 % der getätigten Investitionen. 10 % der Investitionen in Höhe von insgesamt EUR 105,29 Millionen wurden von der elektronischen und elektrotechnischen Industrie getätigt. An dritter Stelle steht die Chemie und Petrochemie mit EUR 44,55 Millionen und einem Anteil von 4,2 % quer durch die Sektoren.
Zu den tschechischen Projekten gehört beispielsweise die geplante Investition des Chemieunternehmens Draslovka, das im Werk in Kolín eine für Natrium-Ionen-Batterien benötigte Verbindung herstellen will. In der ersten Phase soll das Investitionsvolumen EUR 40,50 Millionen betragen. Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass es ein wichtiger Akteur in der Lieferkette für diesen neuen Batterietyp sein wird, nachdem die kommerzielle Produktion im Jahr 2027 beginnt. Dieses Investitionsprojekt wird die Entwicklung der Wertschöpfungskette der einheimischen Batterietechnologie unterstützen.
Ein weiteres interessantes Projekt ist die Erweiterung des tschechischen Unternehmens SEKO Aerospace, eines Herstellers von Hochpräzisionskomponenten für Flugzeugtriebwerke und Energieturbinen. Das Unternehmen bereitet sich auf die Aufnahme der Produktion von Triebwerkskomponenten für das Kampfflugzeug F-35 vor und expandiert außerdem in Märkte in Südamerika, Indien und Afrika.
Aufgrund des spezifischen Charakters des Projekts ist das Projekt der Gesellschaft Geomet, das zur halbstaatlichen Gruppe ČEZ gehört, in dem im letzten Jahr vereinbarten Investitionsvolumen nicht enthalten. Im Rahmen seiner Verantwortung hat CzechInvest den Antrag des Unternehmens auf öffentliche Förderung beim Ministerium für Industrie und Handel der Tschechischen Republik eingereicht. Der geplante Lithiumverarbeitungsbetrieb in Prunéřov in der Region Chomutov würde eine Investition in Höhe von EUR 1,37 Milliarden darstellen. Im November letzten Jahres genehmigte die Regierung der Tschechischen Republik eine staatliche Förderung in Höhe von EUR 356,38 Millionen. Die Europäische Kommission hat den Abbau von Lithium in Cínovec als strategisches Projekt im Sinne der Verordnung über kritische Rohstoffe eingestuft.
Investitionen in traditionellen Regionen
Geografisch gesehen konzentrieren sich die neuen Projekte auf etablierte Regionen wie den Mittelböhmischen, Mährisch-Schlesischen Landkreis und den Landkreis Plzeň. Die größten Investitionen, nämlich EUR 765,40 Millionen, sollen im Mittelböhmischen Landkreis getätigt werden. Die Landkreise Plzeň und der Mährisch-Schlesische Landkreis folgen mit einem großen Abstand, nämlich mit EUR 93,14 Millionen bzw. EUR 64,80 Millionen. Auch in Prag und in im Landkreis Pardubice werden bedeutende Investitionsprojekte in Aussicht gestellt.
Die neuen Investitionsprojekte sollen voraussichtlich 1 308 neue Arbeitsplätze schaffen. Im Mittelböhmischen Landkreis werden voraussichtlich mehr als 450 neue Arbeitsplätze entstehen, im Landkreis Plzeň 220 und im Mährisch-Schlesischen Landkreis 186, wenn alle vereinbarten Investitionen in dem angekündigten Umfang durchgeführt werden.
Was die sektorale Verteilung anbelangt, so schafft die Automobilindustrie mit 587 neuen Arbeitsplätzen die meisten Arbeitsplätze. Es folgen die elektrotechnische und elektronische Industrie mit 339 Arbeitsplätzen und die Textil- und Bekleidungsindustrie mit 100 Arbeitsplätzen.
Die geringere durchschnittliche Anzahl von Arbeitsplätzen pro Projekt entspricht der zunehmenden technologischen Komplexität der Investitionen, die durch einen höheren Grad der Automatisierung und Robotisierung der Produktionsprozesse gekennzeichnet sind. Ein typisches Beispiel für eine geringe Anzahl neuer Arbeitsplätze ist die Investition des amerikanischen Unternehmens Advanced Filtration Systems Inc., das seine derzeitige Produktion in Havran in der Region Most um Flüssigkeitsfilter erweitern will. Die Investition beläuft sich auf EUR 9,3 Millionen. In dem modernen und vollautomatisierten Betrieb werden jedoch nur neun neue Arbeitsplätze geschaffen.
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